Ihr Anschluss an der Gasflasche passt nicht? Die Normen für Gasflaschen Anschlüsse bzw. Gewinde sind in der Europäischen Norm DIN EN ISO 11117 ("Gasflaschen - Ventilschutzkappen und Ventilschutzkörbe - Auslegung, Bau und Prüfungen") festgelegt. Alle Gasflaschen haben je nach Art, Gestaltung, Bauart und abhängig von der Art des eingefüllten Gases unterschiedliche Schraubanschlüsse, um Verwechslungen zu vermeiden. Da beim Umgang mit Gas stehts ein Sicherheitsrisiko besteht, ist die Verwendung von nicht zugelassenen Adaptern und Schläuchen in Deutschland ausdrücklich gesetzlich verboten. Bei einigen Gasen, wie z.B. Propan, die häufig im Hausgebrauch Verwendung finden, sind Ventilausgangsanschlüsse und sonstiges Zubehör mit einem Linksgewinde vorgeschrieben. Damit soll verhindert werden, dass „Bastler“ ungeeignete, aber bereits im Haushalt vorhandene Materialien aus der Trinkwasserinstallation, wie z. B. Gartenschläuche verwenden, die üblicherweise mit einem Rechtsgewinde versehen sind. Diese Vorgaben dienen also vor allem der Sicherheit von Privatanwendern.

Die DIN 477 (vollständiger Titel: Gasflaschenventile für Flaschenprüfdrücke bis einschließlich 300 bar – Teil 1: Ventileingangs- und Ventilausgangsanschlüsse, Teil 5: Für Prüfdrücke bis max. 450 bar; Seitenanschlüsse in der Fassung 2012-06/2002-04) schreibt für folgende Gasarten die entsprechenden Anschlüsse vor: 

 

Anschluss Nummer Gas Beschreibung Gewinde
1 sonstige Brenngase (H2, Propan, …) W 21,80 × 1/14" LH links
2 Propan, Butan (mit Zapfen) W 21,80 × 1/14" LH (gestrichen, siehe DIN EN 15202) links
3 Acetylen Bügelanschluss (ähnlich INT-Anschluss)
4 Acetylen, Propan, Butan bis 1 l G 3/8" A LH links
5 Dichlorsilan, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff W 1" LH links
6 Ammoniak, Argon, Chlordifluormethan (R22), Helium, Kohlendioxid, Krypton, Neon, Octafluorcyclobutan (RC318), Octafluorpropan (R218), Schwefelhexafluorid, Tetrafluormethan (R14), Tifluormethan (R23), Xenon W 21,80 × 1/14"
7 Schwefeldioxid G 5/8"
8 Bortrichlorid, Bortrifluorid, Bromwasserstoff, Chlor, Chlorwasserstoff, Fluor, Stickstoffdioxid, Stickstoffmonoxid, Stickstofftrifluorid W 1"
9 Sauerstoff (O2), Prüfgas (mit Sauerstoff > 21 %) G 3/4"
10 Stickstoff (N2) W 24,32 × 1/14"
11 Distickstoffmonoxid (Normalanschluss bei mehr als 3 l) G 3/8"
12 Distickstoffmonoxid (bis einschließlich 3 Liter Rauminhalt) G 3/4" innen
13 Druckluft sowie Atemgas nach EN 144-2 und ISO 12209-2 G 5/8" innen
14 Prüfgas (mit Sauerstoff M 19 × 1,5 LH links
15 Methylacetylen und Propadien, Gemisch, stabilisiert W 21,80 × 1/14" LH links/innen
16 Acetylen M 24 × 2 LH links
52 Unbrennbare und ungiftige Gase (300 bar) M 30 × 1,5
54 nicht entzündbare, nicht giftige und nicht oxidierende Gase und Gasgemische (300 bar) W 30 × 2 (15,9 / 20,1)
55 nicht entzündbare, giftige und korrosive Gase und Gasgemische (300 bar) W 30 × 2 (15,2 / 20,8)
56 Druckluft (300 bar) W 30 × 2 (16,6 / 19,4)
57 entzündbare, nicht giftige Gase und Gasgemische (300 bar) W 30 × 2 (15,2 / 20,8) LH links
58 entzündbare, giftige und korrosive oder nicht korrosive Gase und Gasgemische (300 bar) W 30 × 2 (15,9 / 20,1) LH links
59 Sauerstoff und oxidierende, nicht giftige, nicht korrosive Gase und Gasgemische (300 bar) W 30 × 2 (17,3 / 18,7)
60 oxidierende, giftige und/oder korrosive Gase und Gasgemische (300 bar) W 30 × 2 (18 / 18)
 

Damit haben die im privaten Anwendungsbereich und im Haushalt üblichen Brenngase einen sogenannten W 21,80 × 1/14" Flaschenanschluss bzw. Kombianschluss mit Linksgewinde (oft auch mit LH, LK, lks, etc. abgekürzt), auf den dann entsprechend die Druckregler für Haushaltsanwendungen wie Grillen oder Abflammen perfekt passen.

Bei den Anschlüssen für Schläuchen, Rohre und Verbrauchsgeräte werden traditionell metallisch dichtende sogenannte Whitworth-Rohrgewinde (nach Sir Joseph Whitworth benannt, der es 1841 einführte) verwendet. Diese sind dann in verschiedenen Gewindegrößen gängig, die jeweils nach Ihrer jeweiligen Größe in Zoll bezeichnet werden. Da gibt es z.B. 1⁄4", 3⁄8", 1⁄2", 3⁄4", 1", 11⁄4" oder 11⁄2" Gewinde. Hierbei liest man dann oft von sogenannten G- bzw. R-Gewinden. Daher sei hier kurz erläutert, wo der Unterschied zwischen diesen beiden Gewindearten liegt: Das G-Gewinde ist zylindrisch, während das R-Gewinde konisch verläuft. G-Außengewinde werden in G-Innengewinde eingeschraubt. Die Dichtigkeit wird durch einen gekammerten O-Ring gewährleistet. R-Außengewinde hingegen werden in R- oder G-Innengewinde eingeschraubt. Die Dichtigkeit wird duch das vorteflonisierte Gewinde gewährleistet. Sollte Ihr Gerät nicht an den Anschluss Ihrer Gasflasche passen, finde Sie bei uns das passende und benötigte Zubehör wie z.B. Adapter, Reduzierstück und Schauchbruchsicherung. 

Zu guter letzt wollen wir noch kurz die Gewindetoleranzen bzw. die Toleranzfelder ansprechen. Manchmal finden Sie im Zusammenhang mit Gewinden Angaben wie "6 H und 6 g". Wobei handelt es sich dabei? Diese Zahlen und Buchstaben geben Auskunft über die Fertigungsgenauigkeit, auch Toleranz genannt, mit der das Gewinde produziert bzw. gefertigt wurde. Für den privaten Endanweder dürfte dies in der Praxis kaum von Relevanz sein. Damit aber hier keine Unsicherheit entsteht, sprechen wir das Thema kurz an. Die Ziffer steht dabei für den Toleranzgrad und der Buchstabe für die Lage des Toleranzfelds. Für Innengewinde sind die Toleranzfeldlagen G und H und für Außengewinde die Toleranzfeldlagen e, f, g und h genormt. Jede Angabe einer Toleranzklasse besteht dabei aus einer Ziffer für den Toleranzgrad und einem Buchstaben für die Toleranzfeldlage - und zwar große Buchstaben für Innengewinde und kleine Buchstaben für Außengewinde. Wer hierzu mehr wissen möchte, der wirft am besten einen Blick in die DIN ISO 965-1: "Metrische ISO-Gewinde - Toleranzen - Teil 1: Prinzipien und Grundlagen".

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