Definition Löten:

 

Löten ist eine Verbindungstechnik für Metalle unter Verwendung von Wärme und Hitze. Bis zu einer Temperatur von 450 °C spricht man vom Weichlöten, darüber vom Hartlöten. Richtig löten ist notwendig, um elektronische Bauteile und Leiter zuverlässig zu verbinden. Beim Weichlöten wird die Lötstelle gemäßigt und nur kurzfristig erhitzt. Bei Arbeiten an Rohrinstallationen wird wegen der höheren Belastungen das Hartlöten genutzt.


 
Info Weichlöten Hartlöten
Arbeitstemperatur 180 - 250 °C über 450 °C
Zu verwendende Geräte: Elektrischer Lötkolben, Lötpistole, Lötstation, Gaslötkolben, Lötlampe Lötbrenner, Hartlötgeräte, Lötlampe
Anwendungsgebiete: Elektrotechnik, Elektronik, SMD Löten, Sanitärbereich, Heizungsbau, Werkzeugbau, Kupferrohr löten Sanitärinstallation, Prototypenherstellung in der Metallverarbeitung, Gasinstallation, Hochfrequenztechnik, Werkzeugbau, Industrieanlaganbau
Werkstoffe: Kupfer, Messing, Silber Stahl, Kupfer, Messing, Silber
Vorteile: Günstiger Einstieg, Leichte Handhabung, Geringe thermische Belastung Hohe Festigkeit, kein Stromanschluss benötigt, Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Nachteile: Begrenzte Belastbarkeit der Lötverbindung Hohe thermische Belastung, Evtl. Peltier-Effekt, Kartuschenfüllstand schwer bestimmbar
 

 

Info Flussmittel:

 
Flussmittel ist beim Weichlöten und Hartlöten von Nöten, um eine vollständige Benetzung des zu lötenden Teils mit dem Lot herzustellen. Das Flussmittel setzt die Oberflächenspannung des geschmolzenen Lotes herab, löst Verschmutzungen heraus und verbessert die Festigkeit der Lötstelle.

 
Info Fittinglot:

 
Für das Hartlöten von Installationen im Trinkwasserbereich ist spezielles Fittinglot vorgeschrieben. Auch das in diesem Bereich eingesetzte Flussmittel muss den Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügen.

 

Was wird alles zum Löten benötigt?

 

Lot:


Neben Zinn sind im Weichlot Metalle wie Silber, Kupfer und Blei enthalten. Die Lote werden in Stärken von 1 bis 1,5 mm angeboten. Der Zinngehalt des Weichlotes liegt i. d. R. zwischen 40%–50%.

Hartlot hingegen basiert auf Messing oder Neusilber. Auch beim Hartlöten ist ein Flussmittel unentbehrlich. Es sorgt für eine bessere Verteilung des Lots und verhindert außerdem eine Oxidation der Lötstellen. Lötdraht mit Flussmittelseele bringt das Flussmittel bereits mit. Bei allen Flussmitteln sind die Angaben des Herstellers zu Gesundheits- und Umweltgefahren zu beachten. Neben bleihaltigem Lötzinn ist auch bleifreier Lötdraht erwerbbar.

 
Lötkolben:

Richtig löten lässt sich definitiv nur mit einem hochwertigen Werkzeug. Für das Weichlöten reicht ein Wärmebereich von 200–450 °C aus. Lötstationen regeln die Temperatur elektronisch und gewährleisten eine Lötspitze, welche gleichbleibend erhitzt wird.

 
Die Ausführung der Lötspitze ist ebenfalls entscheidend für ein gutes Ergebnis. Bei detailreichen Arbeiten erleichtert ein Miniaturlötkolben die Arbeiten und macht punktgenaues Löten möglich. bei Blechen greifen Sie am Besten zum Hammer-Lötkolben, der sich auch zum Löten von Sonnenkollektoren und Bleiverglasungen bestens empfiehlt.

 

Lötpistole:

Einige ziehen das Löten mit Lötpistole aus handlichen Gründen dem Lötkolben vor. Für Arbeiten im Elektronik-Bereich reicht schon eine Leistung von 60 Watt.
Anders als beim elektrischen Lötkolben wird die Lötspitze durch einen hohen Strom erhitzt, welcher durch die schlaufenförmige Spitze der Lötpistole fließt.

 

Vorbereitung, bevor es los geht:

 

Für eine gute Lötstelle sollten Sie vorher unbedingt Ihre Werkstücke säubern (von Ölen, Fetten und Zunder). Ebenso sollten Sie die Lötspitze des Lötkolbens vorher reinigen. Hierfür gibt es Schwämme und Reinigungsvliese. Praktisch ist auch, wenn sich ein Lötkolbenhalter in der Nähe befindet. Zu Ihrer Unterstützung empfehlen wir Ihnen eine sogenannte “Dritte Hand”. Mit ihr lassen sich die Werkstücke sicher fixieren.

 
Richtiges Löten in 3 Schritten:

 
1.) Benetzen:

 
Halten Sie die Lötspitze an das zu verlötende Material. Anschließend führen Sie den Lötdraht zwischen Lötspitze und Werkstück. Achtung: Bei einem Lötdraht mit Flussmittelseele ist das Flussmittel bereits enthalten. Den Lötdraht mit Gefühl nachführen, bis die Kontaktfläche komplett benetzt ist.

 
2.) Fließen:

 

Hier geht das Lot in den starren Zustand über. Beim Zurückziehen der Lötspitze prüfen Sie, ob eine vollständige Benetzung stattgefunden hat. Für das Weichlöten gilt folgende Faustregel: So viel Hitze wie gerade nötig in so kurzer Zeit wie möglich. Ein zu langer Kontakt mit der heißen Lötspitze kann die Bauteile beschädigen.

 
3.) Binden:

 
Während des Bindens unbedingt Erschütterungen der Lötstelle vermeiden. Der gesamte Lötvorgang sollte innerhalb von 2 bis 5 Sekunden abgeschlossen sein. Eine zu schwache Erhitzung der Lötstelle führt zu kalten, instabilen Lötstellen.

 
Mögliche Fehler während des Lötens:

Das Lötzinn darf keine Halbkugel bilden! Eine poröse oder körnige Oberfläche der Lötaugen ist ein Hinweis auf zu lange Lötzeiten.

 
Nötige Sicherheit während des Lötvorgangs:

Generell gilt: Eine umsichtige Handhabung ist ein Muss für richtiges Löten. Vor Allem auf den heißen Lötkolben sollte aufgepasst werden. Hier sollten sich auch keine leicht entflammbaren Materialien in der Nähe befinden. Tragen Sie eine Schutzbrille, diese schützt Ihre Augen vor Lotspritzern. Vermeiden Sie direkten Hautkontakt mit den Flussmitteln. Sie sollten natürlich weder rauchen noch essen bzw. trinken am Arbeitsplatz. Reinigen Sie nach dem Abschluss Ihrer Lötarbeit Ihre Hände.